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Mrs XY, the CSU and a bloke called “von und zu Guttenberg”

Posted in Europe by Ulf on February 10, 2009

I just wrote an email to a friend in Switzerland about a recent change in the German federal office of economic affairs. It got quite long, and in the end I decided to publish it here ;-).

Als ich gestern Abend von einem verlaengerten Wochenendurlaub in DC zurueckgekommen bin, da hab ich mir erstmal die 20:00-Tageschaus der letzten fuenf Tage heruntergeladen und nacheinander angeguckt. Das laesst die CSU wohl noch etwas verpeilter aussehen, als es vermutlich in Echtzeit ohnehin schon gewirkt hat.

glos_der_klos

Es erinnerte mich etwas an Frau XY und ihre hessischen Zustaende. Erst tritt Glos zurueck, dann legt irgendein CSU-Seehofer aus Muenchen sein Veto ein. Und auch seine Chefin selbst, aber das hab ich erst heute erfahren. Kurz sieht es so aus als liesse sich der Glos einschuechtern. Ich bin an dieser Stelle fast versucht, ihn “Klos” zu nennen. Das geht leichter ueber die norddeutsche Zunge.

guttenberg-800kaidiekmannJedenfalls, nach einigen Spekulationen ueber irgendwelche bayrischen Unternehmer (mit viel zu einfachen Namen und langweiligen Wikipedia-Eintraegen), da springt dann ein strahlender “Karl-Theodor zu Guttenberg” auf die Buehne. Schon der Name erinnert mich an den XY-Nachfolger, wie hiess er noch? TSG? Schaefer-Guembel? Thorsten? Thomas? Guempel?

Wie auch immer. Jetzt ist Zeit fuer KTG. Oder KTvG, je nachdem wofuer sich die BILD entscheidet. Apropos BILD: Bei dem ersten Anblick von KTG dachte ich sofort: “Kai Diekmann ist 15 Jahre juenger geworden und steigt nun wirklich in die Politik ein.”

Aber der Name von “Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg” ist natuerlich ein Markenzeichen per se.
Es steckt etwas Karl Carstens drin, dann etwas Theodor Heuss. Fuer das staatsmaennische ist also gesorgt, da waere der tugendhafte “Freiherr” kaum mehr noetig gewesen. Aber dem ist nicht genug, denn der Name — das “t” hin oder her — wird wohl bei dem ein oder anderen auch die Buchdrucker-Assoziation hervorbringen. Davon ist sogar das englische Google ueberzeugt, wenn man nach “Guttenberg” sucht.

auftragseingange-maschinenbauEine grosse Herausforderung also fuer einen 37jaehrigen — und ich habe nichtmal von dem Amt des Bundeswirtschaftsministers sprechen muessen, dass er am Anfang einer Wirtschaftskrise uebernehmen muss, zudem zu Beginn eines Superwahljahres. Ich frage mich wirklich, ob das Konjunkturprogramm da in guten Haenden ist. Der Mann wird gerade mit der Aufgabe betraut, die Milliarden auszugeben, die meine Generation sowie unsere Kinder in den naechsten Jahrzehnten zurueckzahlen sollen.
Ich bin gespannt!

PS: KTGs Grossvater hiess auch KTG — allerdings mit einem Bindestrich weniger im Namen. Trickreiche Idee, liebe Familie Gutenberg, sehr trickreich! Aber woher stammt das restliche Gedoens, das ihr dem armen Kerl mit auf den Weg gegeben habt? Wikipedia nennt ihn ja “Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Wilhelm Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg“. Stellt euch mal vor, er moechte ein US-Visum haben und soll seinen vollen Namen angeben! Ich kenne da eine Susi, die damit schon Probleme hatte. Und ihr Name war nichtmal halb so lang ;-).

EDIT: Lest unbedingt Steffis zweiten Kommentar zu diesem Blogpost! :-)

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4 Responses

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  1. steffi said, on February 10, 2009 at 11:09 am

    herrlich, danke für die aufklärung!

  2. steffi said, on February 12, 2009 at 9:05 am

    ULF!

    Wahnsinn, wohin uns die Wikipedia-Recherche bringen kann…! Lies mal diesen Blogeintrag:

    http://www.bildblog.de/5695/wie-ich-freiherr-von-guttenberg-zu-wilhelm-machte/

    und dann schnell Deinen Eintrag umschreiben!

    Steffi

  3. Ulf said, on February 12, 2009 at 9:48 am

    Moin Steffi! Danke, wow! Ich bin begeistert / schockiert! :-)

  4. Martin said, on February 12, 2009 at 12:08 pm

    Zu dem Herren und dein Kommentar ob er mit 37 der richtige ist kann ich nur hierrauf verweisen:
    http://blog.fefe.de/?ts=b76afed1

    und zu der Namenssache gibts ja paar lustige Rechtfertigungen der Medien, meine Favorit:
    http://www.sueddeutsche.de/kultur/278/457933/text/


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